Plakette „Kavalier der Straße“

1968
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Plakette aus emailliertem Metall. Beschriftung „Kavalier der Straße“ (7 x 6,5 x 0,5 cm)

Inventarnummer: 2019-106-001


Am Abend des 29. Dezember 1967 fährt Axel Helms mit seiner Frau von Wilhelmshaven in Richtung Hooksiel, um dort eine Tante zu besuchen. Trotz der Dunkelheit fallen ihm bei Breddewarden ein schwacher Lichtschein und Qualm im Straßengraben auf. Ein PKW hatte sich überschlagen. Dessen Fahrer kann sich nicht selbst befreien und droht, an den Auspuffgasen des noch laufenden Motors zu ersticken. Helms‘ umsichtigem Verhalten ist es zu verdanken, dass Rettungskräfte alarmiert werden und der Fahrer aus dem Wrack befreit wird. Dafür wird er am 13. April 1968 als „Kavalier der Straße“ mit dieser Plakette ausgezeichnet und landet auf der Titelseite der Wilhelmshavener Zeitung. Zwischen dem Ereignis und der Ehrung vergehen deshalb über drei Monate, weil der damalige Obergefreite Helms auf dem Zerstörer D183 BAYERN auf See ist und von den Folgen seiner Tat nichts ahnt.
In einer Zeit zunehmender Motorisierung steht die Auszeichnung „Kavalier der Straße“ für Regulierungsversuche, durch die Präsentation vorbildlichen Verhaltens einzelner Verkehrsteilnehmer erziehend zu wirken. Das Jahr 1968 steht gleichzeitig auch für einen beginnenden Wertewandel, in dessen Folge Konzepte wie kavalier- oder heldenhaftes Verhalten zunehmend in Frage gestellt wurden.


Axel Helms wird am 10. März 1949 in Neukalen in der damaligen DDR geboren. 1959 flüchtet er mit seiner Familie in die Bundesrepublik und verbringt den Rest der Kindheit und Jugend in Jever und Wilhelmshaven. Nach der mittleren Reife im Jahr 1966 verpflichtet er sich bei der Bundesmarine und macht als Umschüler eine Berufsausbildung. An Bord des Zerstörers D183 BAYERN absolviert er von Januar bis März 1968 im Rahmen der NATO-Verpflichtungen ein „Work-Up-Training“ im britischen Portland. Auf dem Rückmarsch gerät die BAYERN in einen so schweren Sturm, bei dem ein tonnenschweres Fla-Geschütz aus seinem Sockel gerissen wird. Helms scheidet 1988 nach zwölf Jahren als Hauptbootsmann aus und macht sich mit einer Generalagentur für eine Versicherung selbstständig. Seit 2008 ist er im Ruhestand.


Wilhelmshaven wird 150

150 Jahre

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Wir suchen Exponate

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