Selbstgefertigtes Messer

1946
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Das 26cm lange Messer hat eine nachträglich umgeschliffene Klinge, auf der undeutlich die Buchstaben „RIMA SCHWEIZER [...]ORM“ zu erkennen sind. Der Griff besteht aus Bakelit und ist mit zwei Nieten an der Klinge befestigt. Der Name „Strecker“ ist in den Griff eingeritzt. Inventarnummer: 2019-043-002


Nachdem der Zweite Weltkrieg beendet ist, wird Erich Paul Strecker im Civil Internment Camp No. 6 interniert, das sich auf dem Gelände des ehemaligen Konzentrationslagers Neuengamme befindet. Wahrscheinlich wird Strecker in diesem speziellen Lager interniert und nicht als regulärer Kriegsgefangener behandelt, weil er bei Kriegsende bei den Kleinkampfverbänden der Kriegsmarine dient. Deren Personal halten die Alliierten für besonders nationalsozialistisch indoktriniert. In Neuengamme ist Strecker als Barackenältester für die Verteilung der Essensrationen zuständig. Zu diesem Zweck darf er dieses selbstgefertigte Messer besitzen, um damit Brot schneiden zu können. In der Familie Strecker kursiert die Geschichte, dass auch der Hund des belgischen Lagerkommandanten dem Messer zum Opfer fällt. Einerseits soll der Hund die Gefangenen beim Lagerappell oft gebissen haben, andererseits konnten so die knappen Rationen aufgebessert werden. Nach seiner Rückkehr nach Wilhelmshaven bleibt das Messer im Familienbesitz.


Erich Paul Strecker wird am 23. November 1907 in Berlin geboren. Zunächst absolviert er dort eine Lehre als Maschinenbauer-Elektriker. Am 1. April 1928 tritt er in die Reichsmarine ein. Während des Zweiten Weltkrieges ist er auf Schnellbooten und bei den Kleinkampfverbänden der Kriegsmarine eingesetzt. Im Rahmen der Wiederbewaffnung tritt er im September 1956 in Bundesmarine ein. 1967 wird er in den Ruhestand versetzt und stirbt am 19. Dezember 1984.


Wilhelmshaven wird 150

150 Jahre

Preußens Wunsch nach einem Marinehafen an der Nordsee liefert die Initialzündung für die Gründung der Stadt am Jadebusen. Seitdem prägt das Miteinander von Militär und Stadt die Stadtgeschichte.

Eine Ausstellungsprojekt im Marinemuseum wird dies untersuchen. Im Mittelpunkt steht ein Ausstellungskalender, den Sie befüllen können: Wir suchen Objekte, welche die Wechselbeziehung von Stadt und Militär dokumentieren.

Wo spielten Soldatinnen und Soldaten im gesellschaftlichen Leben der Stadt eine Rolle. Wie sah der Alltag in einer Garnisonstadt aus? Wie veränderte der Krieg das Leben der Bürgerinnen und Bürger?


Wir suchen Exponate

Exponate

Sie haben ein Objekt, das das Miteinander von Stadt und Militär illustriert und etwas über die Geschichte der Bürgerinnen und Bürger von Wilhelmshaven verrät?

Dann bringen Sie es aus dem Dunkel ins Licht der Öffentlichkeit, stellen Sie es uns vor, erzählen Sie uns, mit wessen Geschichte es verbunden ist und was es mit ihm auf sich hat.

Gemeinsam mit Ihnen überlegen wir, ob und wie es in den Ausstellungskontext eingebunden werden kann.

Das Digitale ist Ihnen zu umständlich? Kein Problem: Kommen Sie einfach an jedem ersten Donnerstag im Monat um 15.00 h zum Seemannssonntag ins Museum und kommen Sie direkt mit uns ins Gespräch. Wir freuen uns auf Sie!

Wir danken herzlich für die Unterstützung: