„Reichs-Kußkarte“

1940
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„Reichs-Kußkarte“ (21 x 15cm). Aus Papier gefertigter, gängigen Bezugsmarken nachempfundener Scherzartikel. 6 Marken sind ausgerissen. Inventarnummer: 2018-195-044


Während des Zweiten Weltkrieges werden Lebensmittel und andere Dinge des täglichen Gebrauchs rationiert und nur gegen Bezugsmarken ausgegeben. Als ironisch-humoristische Reaktion werden Bezugsmarken für immaterielle Dinge angefertigt. Diese „Reichs-Kußkarte“ stellt Helmut Sommer 1940 für seine Verlobte Clara Plange aus, die zu dieser Zeit in Wilhelmshaven wohnt. Der Scherzartikel verweist auf die Versorgungssituation, die jedoch im Laufe des Krieges noch angespannter wird. Für Helmut Sommer und Clara Plange, wie auch für viele andere Paare und Familien, steht die „Reichs-Kußkarte“ gleichzeitig für lange Phasen der Trennung während des Krieges. Die Euphorie, die 1940 angesichts der deutschen Erfolge im Krieg herrscht, wird aus der Ortsangabe deutlich: Die „Engelandstraße“ verweist auf das Lied „Wir fahren gegen Engeland“, in dem der Krieg zur See gegen Großbritannien besungen und gefeiert wird.


Helmut Sommer wird 24. August 1918 in Breslau geboren. 1935 tritt er als Offizieranwärter in die Reichsmarine ein. Auf dem Zerstörer Z 2 „Georg Thiele“ nimmt er 1940 an der Schlacht um Narvik teil. Zwischen 1942 und 1944 ist er Kommandant verschiedener U-Boote. Nach dem Zweiten Weltkrieg tritt Sommer in die Bundesmarine ein. Er stirbt am 17. September 1973.


Wilhelmshaven wird 150

150 Jahre

Preußens Wunsch nach einem Marinehafen an der Nordsee liefert die Initialzündung für die Gründung der Stadt am Jadebusen. Seitdem prägt das Miteinander von Militär und Stadt die Stadtgeschichte.

Eine Ausstellungsprojekt im Marinemuseum wird dies untersuchen. Im Mittelpunkt steht ein Ausstellungskalender, den Sie befüllen können: Wir suchen Objekte, welche die Wechselbeziehung von Stadt und Militär dokumentieren.

Wo spielten Soldatinnen und Soldaten im gesellschaftlichen Leben der Stadt eine Rolle. Wie sah der Alltag in einer Garnisonstadt aus? Wie veränderte der Krieg das Leben der Bürgerinnen und Bürger?


Wir suchen Exponate

Exponate

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Dann bringen Sie es aus dem Dunkel ins Licht der Öffentlichkeit, stellen Sie es uns vor, erzählen Sie uns, mit wessen Geschichte es verbunden ist und was es mit ihm auf sich hat.

Gemeinsam mit Ihnen überlegen wir, ob und wie es in den Ausstellungskontext eingebunden werden kann.

Das Digitale ist Ihnen zu umständlich? Kein Problem: Kommen Sie einfach an jedem ersten Donnerstag im Monat um 15.00 h zum Seemannssonntag ins Museum und kommen Sie direkt mit uns ins Gespräch. Wir freuen uns auf Sie!

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