Armbinde des Roten Kreuzes mit Stempeln des Arbeiter- und Soldatenrates Wilhelmshaven

1919
Auf facebook teilen… 

Weiße Armbinde mit aufgenähtem rotem Stoffkreuz aus Baumwolle oder Leinen, mit Stempeln des Festungslazaretts sowie des Arbeiter- und Soldatenrates Wilhelmshavens.

Inventarnummer: 2010-043-001


Trotz anlaufender Friedensverhandlungen will die deutsche Admiralität am Ende des Ersten Weltkrieges zu einer Entscheidungsschlacht gegen die britische Royal Navy auslaufen. Die Matrosen der in Wilhelmshaven zusammengezogenen Großkampfschiffe erkennen, dass es hier vor allem um die Rettung der Ehre der Marine und der der Offiziere geht und meutern am 29. und 30. Oktober 1918 gegen den Auslaufbefehl. Über den Umweg über Kiel entwickelt sich daraus die Revolution, die am 6. November Wilhelmshaven wieder erreicht und dort zur Bildung eines Arbeiter- und Soldatenrates führt. Die Armbinde erzählt durch ihre Stempelungen auf ihre Weise von den Ereignissen. Armbinden geben Auskunft über die Tätigkeit und Position des jeweiligen Trägers. Die Tatsache, dass die revolutionären Arbeiter- und Soldatenräte einerseits zuvor genutzte Armbinden weiterverwenden, aber bereits in den ersten Tagen ihres Bestehens eigene Stempel produzieren und mit diesen auch im folgenden Jahr Ausweise und Dokumente legitimieren, zeigt ihren Rückgriff auf bestehende Strukturen und Normen.


Bernhard Kuhnt wird 1876 in Leipzig geboren. Der gelernte Maschinenschlosser dient von 1897 bis 1899 in der Kaiserlichen Marine. Nach seiner Militärzeit arbeitet er als Werftarbeiter. Im Ersten Weltkrieg wird er erneut zur Marine eingezogen. Während der Revolution in Wilhelmshaven wird Kuhnt zum Vorsitzenden des 21er Rates gewählt, dem Exekutivorgan des Arbeiter- und Soldatenrates. Obwohl Kuhnt die ausgestellte Armbinde nicht selbst trägt, ist er für deren Weiterverwendung und Legitimierung verantwortlich. Im Januar 1919 kommt es in Wilhelmshaven zu einem gewaltsamen Putsch der Kommunisten. Kuhnt wird vorgeworfen, diesen nicht verhindert zu haben und daraufhin verhaftet. Als SPD-Abgeordneter des Wahlbezirks Chemnitz gehört er von 1924 bis 1933 dem Reichstag an. Nach politischer Verfolgung durch das NS-Regime stirbt er 1946 in der Nähe von Kiel.


Wilhelmshaven wird 150

150 Jahre

Preußens Wunsch nach einem Marinehafen an der Nordsee liefert die Initialzündung für die Gründung der Stadt am Jadebusen. Seitdem prägt das Miteinander von Militär und Stadt die Stadtgeschichte.

Eine Ausstellungsprojekt im Marinemuseum wird dies untersuchen. Im Mittelpunkt steht ein Ausstellungskalender, den Sie befüllen können: Wir suchen Objekte, welche die Wechselbeziehung von Stadt und Militär dokumentieren.

Wo spielten Soldatinnen und Soldaten im gesellschaftlichen Leben der Stadt eine Rolle. Wie sah der Alltag in einer Garnisonstadt aus? Wie veränderte der Krieg das Leben der Bürgerinnen und Bürger?


Wir suchen Exponate

Exponate

Sie haben ein Objekt, das das Miteinander von Stadt und Militär illustriert und etwas über die Geschichte der Bürgerinnen und Bürger von Wilhelmshaven verrät?

Dann bringen Sie es aus dem Dunkel ins Licht der Öffentlichkeit, stellen Sie es uns vor, erzählen Sie uns, mit wessen Geschichte es verbunden ist und was es mit ihm auf sich hat.

Gemeinsam mit Ihnen überlegen wir, ob und wie es in den Ausstellungskontext eingebunden werden kann.

Das Digitale ist Ihnen zu umständlich? Kein Problem: Kommen Sie einfach an jedem ersten Donnerstag im Monat um 15.00 h zum Seemannssonntag ins Museum und kommen Sie direkt mit uns ins Gespräch. Wir freuen uns auf Sie!

Wir danken herzlich für die Unterstützung: