Plakat des Wilhelmshavener Kriegs-Theaters für die Aufführung des Stückes „Jugendfreunde“ am 20. Februar 1915

1915
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Bedrucktes Papier. (31,5 x 22 cm)


Das Kriegs-Theater bildet sich zu Beginn des Ersten Weltkrieges und wird zu Wohltätigkeitszwecken betrieben. Mit zum Kriegsdienst herangezogenen Schauspielern, Musikern und Laiendarstellern werden neben Theaterstücken auch Opern und Operetten aufgeführt. Die Eintrittserlöse werden zugunsten von Kriegsversehrten und Witwen gespendet. Die Schirmherrschaft übernimmt Adelheid von Sachsen-Meinigen, die Frau des dritten Kaisersohnes Adalbert, welche sich während des Krieges für soziale Projekte für Marineangehörige engagiert. Aufführungen finden anfangs im Seemannshaus und dann in den ersten Kriegsjahren vorwiegend im Werftspeisehaus gegenüber dem Werfttor 1 an der heutigen Gökerstraße statt. Später folgen auch Gastspiele in Friesland und auf anderen Bühnen. Das Kriegs-Theater wird 1916 in „Kriegswohlfahrtsspiele“ umbenannt.

Der Dichter und Maler Joachim Ringelnatz, der mit bürgerlichem Namen Hans Bötticher heißt, ist zu dieser Zeit in Wilhelmshaven stationiert. In seinem Buch „Als Mariner im Krieg“ beschreibt er den Besuch des Stückes „Jugendfreunde“ im Februar 1915. Vergebens wünscht er sich eine Rolle in den Theaterstücken, um seiner künstlerischen Neigung Rechnung zu tragen und der Eintönigkeit des Marinedienstes zu entfliehen.


Das Kriegs-Theater entsteht 1914 auf Initiative und unter Leitung von Julia Morath. Sie ist die ausgebildete Kammersängerin und Tochter des Musikschulleiter und Komponisten Carl Müller-Hartung aus Weimar. Ihr Ehemann ist Korvettenkapitän Richard Morath, der als Nachrichtenoffizier der Kaiserlichen Marine in verschiedenen Verwendungen in Wilhelmshaven tätig ist. 1916 zieht sie sich aus gesundheitlichen Gründen aus dem Theater zurück und übergibt die Leitung an ein Gremium aus Seeoffizieren, dem der Rüstringer Oberbürgermeister Dr. Carl Lueken vorsteht.

Das Plakat wird von einem Herrn Volkmar zusammen mit weiteren Plakaten von Aufführungen, bei denen er als Schauspieler mitwirkte, aufbewahrt. Er markiert auf jedem der Plakate seine Rolle und macht weitere Notizen. Es wurde von seinem Enkel an einen Wilhelmshavener Sammler veräußert.


Wilhelmshaven wird 150

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